15. Juli 2010

10-07-13

Die Sonne scheint, es ist brütend heiß in Hamburg, Ventilatoren sind ausverkauft, die deutsche Nationalmannschaft hat wirklich Eier, Dakoton kehrt ins Büro zurück.

Wohin man auch geht, man schwitzt, ob in der Bahn, im Park, im Supermarkt und vor allem auch in der eigenen Wohnung. Bei dem Versuch gestern einen Ventilator zu kaufen bekam ich nur mitleidige Gesichtsausdrücke der Verkäufer aber nirgends einen Ventilator. Überall ausverkauft. Die meisten Läden bekommen auch keine neuen, weil ihre Zulieferer ebenfalls leer gekauft sind. Der Streusalzknappheit aus dem Winter folgt nun die, zum Glück weniger dramatische, Ventilatorknappheit in Hamburg.
Mir kommt zur Zeit öfter zu Ohren, dass „der Hamburger“ ja nur am meckern ist. Im Winter war es zu kalt, im Sommer zu heiß, blabliblubb. Ich kann aber sehr gut verstehen, warum man sich über die Hitze beschwert. Es gibt kaum Orte, die etwas kühler sind, an denen man sich nicht tot schwitzt. Ich denke darüber darf man sich durchaus beschweren, weil man der Situation hilflos ausgesetzt ist. Aber vielleicht wird sich im nächsten Sommer weniger über die Kälte beklagt. Gegen die kann man ja was tun! Zuhause heizen und ne dicke Jacke kaufen. Aber selbst, wenn ich zu Hause nackt im Bett liege und auf Durchzug lüfte, schwitze ich wie ein Wildpark Schwarze berge Hängebauchschwein…
Das Großevent des Sommers ist vorbei, die Mannschaft kommt in die Heimat und lässt sich NICHT von ihren Fans feiern mit einem echt guten Grund: Kein Bock sich für einen Misserfolg feiern zu lassen wie zur letzten WM. Ich denke, das zeigt, dass es ihnen wirklich um den Sport und nicht um ihre Popularität geht. Ein Egofick in der Menschenmenge wird dankend ausgeschlagen, um sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Guter Fußball. Und bei einem so großen Fangefolge die Eier zu haben, sich rar zu machen und vielen Fans damit auf die Füße zu treten, finde ich gut. Sauber. Kein Applaus für Scheiße! Naja, scheiße waren sie ja gar nicht… aber der Titel „Weltmeister der Herzen“ hatte auch schon einen etwas populistischen Beigeschmack. Man kann sich einen dritten Platz so schön reden wie man will, man ist trotzdem nicht so gut, wie der erste. Und das wollte man sein…. Wenigstens haben wir gegen den Weltmeister verloren…
Und währenddessen sitzen Flip und ich in der Schanze im Biergarten in der Sonne und bereiten uns auf die VÖ unseres ersten Albums vor. Es gibt viel zu tun, viel zu organisieren, viel zu Proben und wir freuen uns auf das letzte drittel des Jahres. Man bringt nur einmal die erste Platte raus. Ich bin gespannt, wie sie Deutschland gefällt. Und darüber hinaus schreiben wir schon an der zweiten Platte… aber darüber verrate ich noch nichts. Kinder muss man schützen und die zweite Platte wird unser erstes gemeinsames Kind, die erste Platte hab ich ja noch alleine gemacht…so viel wird verraten.

Genießt den Sommer, denn nachts ist es kälter als draußen.

Benno